Vegan Backen: Wieso weshalb warum und vor allen Dingen: WIE? Die Basics.

In meiner neuen Reihe setze ich mich mit dem Thema Backen nach bestimmten Ernährungsformen auseinander. Den Anfang macht das Thema vegan Backen: Warum lohnt es sich auch mal auf tierische Produkte zu verzichten? Was ist beim Backen zu beachten? Und ist veganes Gebäck zwangsläufig gesünder?

Vegane Zutaten

Veganes Backen lädt zum Experimentieren ein! Da landet auch schon einmal Avocado oder Fruchtpüree im Teig…

 

Haferflocke ist ein Blog über bewusstes Backen. Warum nicht gesundes Backen? Weil es ganz schön schwierig ist zu definieren, was gesund ist und was nicht. Für mich bedeutet es, sich Gedanken darüber das zu machen und aktiv damit auseinander zu setzen, was allgemein auf den Teller kommt und eben auch in der Rührschüssel landet. Das bedeutet, ganz bewusst auf Zutaten und Gerichte zu verzichten, sich aber auch Leckereien ganz bewusst zu gönnen. Ich bin allgemein kein Fan von Extremen und versuche die passende Balance zu finden. Es gibt aber auch Menschen, die auf eine Ernährungsform schwören oder aber einfach aus gesundheitlichen Gründen auf bestimmte Lebensmittel verzichten müssen. Diese Ernährungsformen sind die Hauptdarsteller meiner neuen Serie. Was steckt hinter vollwertigem Backwerk? Low Carb und Backen – schließt sich das nicht aus? Was tut man, wenn man unter einer Unverträglichkeit leidet, wie zum Beispiel Histamin oder Gluten? Den Anfang macht heute das Thema vegan Backen.

„Vegan ist das neue Vegetarisch“. „Vegan ist das neue Bio“ „Veganismus: Vom Hippie zum Hipster“. Mit veganer Ernährung wird man inzwischen an allen Ecken und Enden konfrontiert: Die einen sind inzwischen genervt und degradieren Veganismus als Buzzword. Die anderen regt es zum Nachdenken an und dazu, den Speiseplan neu zu überdenken. Ich gehöre zu der zweiten Gruppe. Seit einigen Monaten bin ich wohl das, was man Pescetarierin nennen würde. Ökologische, moralische und Klimagründe haben mich dazu gebracht, meinen Fleischkonsum zu überdenken.

Aber obwohl ich kein Fleisch esse, verzichte ich nicht komplett auf tierische Produkte. Trotzdem habe ich schon erste Erfahrungen mit veganen Backrezepte gemacht. Bevor ich euch zeige, wie „Profis“ mit dem Thema veganen Backen umgehen, möchte ich erst einmal zeigen, was veganes Backen für mich bedeutet: In erster Linie steht veganes Backen für mich für das Experimentieren mit und Herantasten an Zutaten, die man bisher gar nicht oder nicht im Gebäck verwendet hat. Ich habe noch nicht probiert einen Klassiker zu „veganisieren“, sondern mich nur mit neuartigen Rezepten auseinandergesetzt. So stand der Verzichtsgedanke bei mir auch nicht im Vordergrund. Auf tierische Produkte zu verzichten, heißt nämlich nicht gleichzeitig auch auf Genuss verzichten zu müssen. Dabei muss einem jedoch auch bewusst werden, dass veganes Backen nicht zwangsläufig für gesunde Rezepte im Sinne von besonders fett- oder kalorienarm steht.

Vegane Zutaten

Simple Zutaten – große Wirkung

Jetzt habe ich schon so viel über veganes Backen gesprochen und ihr steht schon mit Schneebesen und Rührschüssel bereit und wollt endlich loslegen? Wie erwähnt, bin ich (noch) kein Experte für veganes Backen, aber es gibt ganz tolle Blogs, die sich rund um veganes Backen drehen und das Kreieren von Leckereien ohne tierische Produkte inzwischen perfektioniert haben. Dazu gehört zum Beispiel Shia von Cake Invasion , Stina von Veganpassion oder das Online-Magazin Deutschland ist vegan. Dort findet man allerhand tolle Tipps für adäquaten Ersatz tierischer Backzutaten, um eigene Kreationen zu wagen oder doch einmal ein Lieblingsrezept zu „veganisieren“.

Die wichtigsten Punkte fasse ich euch hier zusammen:

Ersatz für die Bindung und Lockerheit durch Eier
Eier sorgen im Kuchen nicht nur für den Zusammenhalt, sondern machen das Gebäck in der Regel auch sehr locker. Auch hier gibt es Zutaten, die einfach erhältlich sind und zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Das sind zum Beispiel Fruchtpürees aus einer halben Banane oder 75ml Apfelmus. Dabei sollte beachtet werden, dass ggf. die Flüssigkeitsmenge angepasst werden sollte. Zudem ist das Obst geschmacklich nicht so neutral wie Eier, also sollte es zu den restlichen Zutaten passen. Eine ganze Reihe weiterer Ersatzmöglichkeiten findet ihr hier.

Fette
Möchte man auf Butter verzichten, kommt meistens Margarine als Ersatz in den Sinn. Darüber hinaus kann auch auf Öle zurückgegriffen werden. Wer das Butteraroma im Gebäck vermisst, dem empfiehlt Björn Moschinski in seinem Buch „Vegan Backen“ auf Albaöl zurück zu greifen, da dieses ein dezentes Butteraroma mitbringt. Ich habe das selbst noch nicht ausprobiert, aber es ist definitiv ein Versuch wert!

Milchprodukte
Es gibt eine ganze Palette an pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten und das Gute ist, dass diese immer einfacher zu bekommen sind. Ein Gang in den Biomarkt ist nicht zwingend notwendig. Die meisten Supermärkte haben inzwischen gut sortierte Bio-Abteilungen und auch bei Drogerien wie DM oder Rossmann wird man fündig.
Neben Sahne, Milch, Käse und Joghurts aus Sojamilch, sind je nach Geschmack auch Alternativen aus Hafer, Dinkel, Reis, Mandel oder Kokos eine gute Wahl.

Auch auf die Süße kommt es an
Ja, was vielen Nicht-Veganern erst auf den zweiten Blick klar wird, ist, dass auch Honig ein tierisches Produkt und somit in der veganen Ernährung tabu ist! Es liegt dabei nahe, auf den altbekannten Zucker zurück zu greifen. Möchte man jedoch eine natürlichere Alternative verwenden, fährt man mit Ahornsirup, Zuckerrübensirup oder Agavendicksaft auch gut.

Zutaten aus der zweiten Reihe
Nicht nur die Hauptzutaten wollen „veganisiert“ werden. Auch Hilfsprodukte wie Gelatine sind tierischen Ursprungs. Fest etabliert in vegetarischen und veganen Speiseplänen ist Agar-Agar, ein Produkt aus getrockneten Meeresalgen. ¾ TL ersetzen 6 Blatt Gelatine.
Bei Zutaten, die den Kuchen verfeinern, lohnt sich ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Dabei denke ich zum Beispiel an Schokodrops, farbige Zuckerperlen usw.

Interessante Rezensionen zu veganen Backbüchern findet ihr übrigens auf der Seite von Backen macht glücklich.

Meine Rezepte
Auch ich  habe mich schon an veganen Backrezepten probiert und war begeistert! Wie schon zu Beginn geschrieben, reizt mich dabei besonders das Experimentieren mit außergewöhnlichen Zutaten, die eher selten auf Kaffeetafeln zu finden sind. Deswegen kann ich euch meine Rezepte für Vegane Avocado-Mango Cupcakes mit Kokosfrosting ans Herz legen. Oder den schnellen supersaftigen Rote Bete Schokokuchen, der bei Verwendung von Sojajoghurt und veganer Schokolade auch vollkommen ohne tierische Produkte auskommt.

Saftiger schneller Rote Bete Schokokuchen

Superschneller saftiger Rote Bete-Schokokuchen mit veganer Option.

Ich finde es ja immer schwer, ein Rezept zu nehmen und einen Ersatz für die Zutaten zu finden, die man nicht verwenden möchte. Denn meistens wirkt sich das auch auf die anderen Zutaten aus. Nimmt man zum Beispiel Zucker statt Honig, beeinflusst das nicht nur den Süßegrad, sondern auch den Flüssigkeitsanteil usw. Also: Wenn möglich auch mal eigene Kreationen wagen, die sich mit keinem etablierten Klassiker vergleichen lassen.

Habt ihr noch weitere Tipps zum Thema für vegan Backen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.