Sauerteig-Flammkuchen mit Pfifferlingen

Ich muss euch ein Geständnis machen. Ich starte direkt damit, dann ist es von der Seele. Und ihr wisst, woran ihr seid. Also nun gut. Tief durchatmen und einfach raus damit: Ich mag keine Pfifferlinge. Also eigentlich. Ich dachte das bis vor Kurzem, denn irgendwann hat mir wohl mal jemand ein Pfifferlingsgericht kredenzt, welches den Titel „wohlschmeckend“ nun so gar nicht verdient. Seitdem war für mich klar: Um diese Waldbewohner mache ich einen großen Bogen.

Jetzt hat es sich so ergeben, dass ich wohl schlicht und einfach vergessen habe, die Pfifferlinge aus meiner wöchentlichen Biokiste zu streichen. Da stand ich nun, Auge in Auge mit einer Tüte der gelbgoldenen Exemplare und wegschmeißen war ganz selbstverständlich keine Option. Nun gut, dachte ich mir, und habe den Spätsommer-/Herbst-Klassiker einfach mit einem anderen für diese Jahreszeit üblichen Gericht kombiniert: Dem Flammkuchen. Und das auch noch in einer recht spannenden Version, nämlich mit Sauerteig, was ihn noch etwas rustikaler macht und mehr Geschmack verleiht. Und der Teig hatte durchaus Potential: Sehr gut kann ich mir auch vorstellen, daraus kleinere dickere Fladen zu backen und diese zum Beispiel mit Schmand und Kartoffeln zu belegen. Ja, ich schätze das werde ich demnächst noch einmal ausprobieren.

Wer mit Sauerteig noch so gar keine Berührungspunkte hatte, der möge mal bei dem fabelhaften Plötzblog vorbeischauen und in seinem Lexikon „Bäckerlatein“ findet ihr hier Infos zum Anstellgut, welches für das Rezept benötigt wird. Psst, ich verrate es auch keinem wenn ihr für den Anfang den Sauerteig aus dem Supermarkt nehmt. Aber ich kann euch nicht sagen, was das für Auswirkungen auf den Geschmack hat. Und der Sauerteig hat hier in erster Linie geschmacksgebende Funktion, also an eurer Stelle würde ich mich ruhig mal mit Sauerteig beschäftigen. Irgendwie muss man dieses reduzierte Freizeitangebot wegen „Ihrwisstschonwas“ ja kompensieren.

Ob es nun an diesem hervorragenden Partner Sauerteig-Flammkuchen lag oder ob Pfifferlinge nun tatsächlich einfach lecker sind, kann ich euch nicht sagen. Fakt ist jedoch: Sauerteig-Flammkuchen mit Pfifferlingen schmeckt einfach oberlecker. Yummy! Und noch ein Extratipp, der mir leider erst nach dem Foto aufgefallen ist: Getrocknete Tomaten sorgen für den Extra-Pfiff und das kleine Fünkchen Würze, das zur Perfektion noch gefehlt hat.

So habt, ihr nun alles beisammen? Dann an die Rührschüssel – Fertig – Los!

Rezept für Sauerteig-Flammkuchen mit Pfifferlingen

(ergibt 2 Bleche Flammkuchen)

Für den Teig

  • 250 g Dinkelmehl 630
  • 50 g Dinkelvollkornmehl
  • 50 g Roggenvollkornmehl 
  • 30 g Roggen-Anstellgut (wer nicht weiß, was das ist, schaut hier vorbei)
  • 185 g Wasser
  • 8 g Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 5 g Hefe

Alle Zutaten für 7 Minuten mit der Küchenmaschine verkneten. Dann den Teig 1 Stunde abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen. Danach bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen. (einige Stunden oder über Nacht).

Für den Belag

  • 1 Becher Creme fraiche
  • 500 g Pfifferlinge
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 4 EL getrocknete Tomaten in Stücken

Ofen auf 250 Grad Ober-Unterhitze inkl. Backblech vorheizen. Fladen auf Backpapier dünn ausrollen. Creme fraiche mit Salz und Pfeffer verrühren. Auf den Flammkuchen streichen und mit Pfifferlingen, getrockneten Tomaten und Frühlingszwiebeln bestreuen, auf das heiße Blech ziehen und ca. 8-10 Minuten im Ofen backen (jeder Ofen ist da anders).

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